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Praxistipp Quarkwickel

Im Hufbereich wirken Magerquarkwickel kühlend, entzündungshemmend und abschwellend. Dazu den Magerquark auf ein feuchtes Baumwolltuch streichen, auflegen, ein weiteres Baumwolltuch darüberlegen und mittels Hufverband befestigen. Die schmerzlindernde Wirkung wird noch verstärkt, wenn der Magerquark mit einer Tasse Bockshornkleebrei verrührt wird. Dazu zwei Esslöffel Bockshornkleepulver mit so viel warmem Wasser verrühren, dass ein dicker Brei entsteht, den man mit dem Magerquark mischt. Sehr gut geeignet, um einen Hufabszess „reifen“ zu lassen oder zur Schmerzlinderung, nachdem er eröffnet wurde.

Praxistipp Kartoffelauflage

Kartoffeln haben zwar keine besondere Heilwirkung, eignen sich aber gut als Wärmeträger. Für eine entspannende Rückenauflage sechs mittelgroße Kartoffeln kochen und die heißen Kartoffeln zwischen gefaltetem Küchenrollenpapier zerdrücken. Das Päckchen in einen Kissenbezug geben. Sobald Sie selbst die Hitze auf Ihrem Unterarm als aushaltbar empfinden, kann die Kartoffelkompresse im Widerristbereich oder in der Sattellage aufgelegt und mit Bandagen fixiert werden. Dann das Pferd eindecken. Eine Schicht rohe Schafwolle zwischen Pferderücken und Kartoffelauflage verstärkt die wohltuende Wirkung noch. Die Kartoffelkompresse wirkt im Widerristbereich entspannend bei Krampfhusten. Auch bei Muskelkater, Rückenschmerzen, Arthrose und generell, um einem Pferdesenior etwas Gutes zu tun, kann sie sehr gut angewendet werden.

Auf den Fotos verbirgt sich eine Kartoffelauflage mit wirklich heißen Pellkartoffeln im Kissenbezug, der mit einer Bandage im Widerristbereich befestigt wurde. Unter der Auflage liegt eine Schicht Rohwolle. Die Wolle hält die Wärme gut. Hat man das Kartoffelkissen nach einer Stunde entfernt, sorgt die Wolle noch eine weitere Stunde für Wärme. New Forest Pony Mio empfindet die Kartoffelauflage als so entspannend, dass er sich mitsamt dem Kartoffelkissen während der Einwirkzeit hinlegt. Viele Ponys und Pferde reagieren so.


 






Wohltuende Wickel, angenehme Auflagen


Wickel und Auflagen können wärmen oder kühlen, sie können über bestimmte Zusätze Schmerzen und Entzündungen lindern oder bei Husten oder Hautausschlägen helfen. Wickel werden beim Pferd  vor allem an den Beinen und Hufen angelegt, Auflagen am Rumpf. Dabei werden zwei Baumwolltücher, eins davon meist feucht oder mit einem Zusatz bestrichen übereinander aufgelegt. Darüber kommt dann beim Wickel eine Bandage, bei der Auflage eine zusätzliche Decke. Bei Pferden sind Wickel vor allem bei Sehnenproblemen bekannt. Beim Menschen wird ihre wohltuende Wirkung gerne bei Fieber genutzt. Sie fühlen sich zwar nicht besonders gut an, wenn sie lauwarm und tropfend um Waden geschlungen werden, als milde, fiebersenkende Maßnahme versagen sie jedoch selten. Auch Halsentzündungen lindern sie häufig auf Empfehlung des Arztes oder Kinderarztes, und tropfen uns dabei feucht in den Kragen.

Auch beim Pferd bewirken sie deutlich mehr, als die Linderung von Sehnenproblemen. Angelaufene Beine und Mauke, Hufgeschwüre, Hufrehe, Huffäule sind Indikationen für Wickel im Röhrbein-, Fessel und Hufbereich. Bei Muskelverspannungen durch chronische Schmerzen oder bei Muskelkater beim Antrainieren entspannen warme Auflagen die Rückenmuskulatur. Auch bei chronischem Husten bewirken sie eine tiefe Entspannung. Und schließlich lindern sie Verkrampfungen bei Verdauungsproblemen oder Rosseschmerzen.

Legt man am vorderen Rücken oder am Widerrist eine Auflage auf, wirkt sie sowohl entspannend auf die Hals- und Vorhandregion, als auch reflektorisch auf die Atmung. Legt man die Auflage am hinteren Rücken auf, entspannt man vor allem Kreuzbein, Becken und Hinterhand des Pferdes. Vorsicht, bei  Blasenentzündungen sollte man auf diese Auflage verzichten.

Möchte man großflächiger arbeiten, kann man auch die gesamte Rumpf- und Rippenregion bewickeln. Wickel am Bauch haltbar anzubringen ist bei unruhigen Pferden eher schwierig, ansonsten aber kein Problem. Mittels Klettbandagen befestigt man ein längs gefaltetes Betttuch und sorgt mit einer zusätzlichen Decke für Wärme. Unbeaufsichtigt sollte ein Pferd mit Bauchwickel nicht stehen.